Umgang mit einer schweren Diagnose

Wenn man selbst oder der Partner völlig unerwartet mit eine schwere Diagnose oder einem schweren, auch folgeschweren Unfall konfrontiert wird, steht das Leben Kopf, man fühlt sich völlig überfordert, es entsteht eine riesige innere Unsicherheit und Angst.

Oft wissen beide Partner nicht, wie sie miteinander umgehen sollen: Beide wollen sich gegenseitig schützen: der betroffene Partner will dem anderen nicht zur Last fallen und der andere will die eigene Schwäche und Angst vor dem betroffenen Partner verstecken, um diesen nicht noch mehr zu belasten. Meiner Erfahrung nach, kann echte gemeinsame Stärke vor allem dann entstehen, wenn sich beide offen dem anderen gegenüber zeigen. Jeder über seine Ängste und Sorgen sprechen kann. In der Regel ist es sehr hilfreich, wenn der betroffene Partner sich traut, zu sagen, was er braucht und was ihm vielleicht auch an Fürsorge zuviel wird. Und der anderer Partner ansprechen kann, was er zu leisten in der Lage ist, wo seine Grenzen sind und wann es sinnvoll ist, Hilfe auch von außerhalb zu holen.

Auch in der Sexualität kommt es zu großen Veränderungen. Nach überwundener Krankheit, bleiben doch hin und wieder Einschränkungen zurück: verminderte Beweglichkeit, verändertes Körperbild (Lähmungen nach Schlaganfall oder Unfall, größere Narben oder gar OPs bei denen Körperteile entfernt werden müssen), Gewebeschäden nach Bestrahlung, eingeschränkte Potenz nach Prostata OP, etc. Aber auch das Trauma, durch die Diagnose kann, wenn es nicht aufgearbeitet ist, zu einer Art „Schockstarre“ führen und die Libdo (sexuelles Lustempfinden) weiterhin stark einschränken. Diese Themen sind leider sehr tabuisiert und die Betroffenen stehen damit sehr oft alleine da.

Ziel meiner Beratung ist es, dass sie frei alles an- und aussprechen können, was Sie belastet. Dass auch Ihre Ängste und Schwächen einen Platz bekommen, sich zeigen dürfen und dadurch gelöst werden können, statt unterdrückt zu werden. Inneren Frieden mit dem „Ist-Zustand“ schließen zu können und ggf. neue Möglichkeiten zu finden, gut damit umzugehen.