Trennungsschmerz überwinden
Nach einer Trennung kann Schmerz und Enttäuschung zu tiefer innerer Verletzung führen, es folgen Gefühle der Verzweiflung und der Trauer. Vor allem, wenn das Ende der Beziehung vom Partner ausging, obwohl man selbst noch Liebe für den anderen empfunden hatte und es gerne nochmal probiert hätte. Meiner Meinung ist es wichtig, sich diesen Gefühlen anzunehmen, auch wenn sie sehr negativ sind und sie nicht versuchen weg zu drücken, sie zu überspielen oder sich mit ungünstigen Ablenkungen kurzfristig ein Stimmungshoch zu verschaffen.
Egal was an Emotionen kommt, das erst mal würdigen, da sein lassen. Diesen eigenen inneren Anteil nicht verurteilen, aber schauen, welche anderen Anteile sind auch noch in mir? Gibt es auch einen starken Anteil, der dem niedergeschlagenen Anteil jetzt helfen könnte? Gab es schon mal Situationen, in denen ich mich ählich schlecht gefühlt habe und aus denen ich aber gut wieder raus gekommen bin? So werden eigene sogenannte „innere Resourcen“ frei, häufig aber auch, das Erkennen, dass es damals schon Dinge oder Menschen gab, die geholfen haben. Wie kann ich diese nun wieder aktivieren? Sich selbst klar machen, dass auch Hilfe im Außen da ist, man muss nicht alles allein durchstehen, man muss aber bereit sein, diese Hilfe zu sehen und anzunehmen. Ganz bewusst den eigenen Fokus auf Lösungsstrategien zu legen allein kann schon enorm dabei helfen negative Gefühle erstmal auszuhalten und dann das tiefe Vertrauen zu entwickeln, dass man sie auch wieder überwinden kann.
Das kann ein Prozess sein, der seine Zeit brauchen wird. Ich halte es für wichtig, sich diese Zeit zu geben, um die Gründe der Trennung genau anzuschauen und den eigenen Anteil darin zu erkennen, damit man daraus lernen und es nächstes Mal besser machen kann. Die gefühlte Niederlage, als Chance des eigenen inneren Wachstums zu sehen.
Ganz häufig passiert es, dass wir die „rosa Brille“, die man aus der 1. Verliebtheitsphase kennt, auch im Nachhinein nochmal aufziehen. Im Rückspiegel betrachtet reden wir uns einiges schön, es kann passieren, dass der Ex-Partner nachträglich noch auf einen Sockel gestellt wird. Hier kann es enorm hilfreich sein, sich all die Situationen nochmal bewusst zu machen, in denen man selbst auch in der Beziehung gelitten hat. Auch den Anteil sehen, den der Ex-Partner an der Trennung hat. Ich spreche bewusst von Anteil, nicht von Schuld! Schuldzuweisungen bringen niemanden weiter, sie führen nur zu Verurteilungen aber nicht zu Lösungen.
Ziel meine Beratung ist es, angemessen zu reflektieren, welche Anteile am Scheitern der Beziehung man selbst hatte und wie man diese in Zukunft ablegen kann. Die Anteile des Ex-Partners dem zuzugestehen und zu verzeihen, sodass man sowohl mit der Vergangenheit, als auch mit sich selbst wieder in inneren Frieden kommt und Mut fassen kann, sich für eine neue Beziehung zu öffnen oder den Singlestatus zu genießen und als Zeit zu nutzen, die man ganz zufrieden mit sich selbst verbringt.
